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Regiebericht schreiben: damit Regiearbeit auch bezahlt wird
Regiebericht schreiben: Welche Angaben er braucht, wann du ihn abgeben musst und warum eine fehlende Unterschrift oft der Grund für gestrichene Stunden ist.
Angemeldet
Der Auftraggeber weiß von der Regiearbeit, bevor sie läuft.
Am selben Tag
Stunden und Material stehen am Tag der Arbeit auf dem Bericht.
Unterschrieben
Ein Name vom Auftraggeber steht unter jedem Bericht.
Regiearbeit ist die Arbeit, die niemand kalkuliert hat und alle brauchen. Bezahlt wird sie nur, wenn jemand am selben Tag unterschreibt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Regiebericht weist Arbeit nach Aufwand nach: Stunden, Leute, Material, Gerät – für Leistung, die nicht im Einheitspreis steckt.
- Melde Regiearbeit an, bevor du anfängst. Nach der Ausführung ist die Diskussion eine andere.
- Die VOB/B erwartet Stundenlohnzettel zeitnah, nicht gesammelt zur Schlussrechnung.
- Die häufigste Ursache für gestrichene Stunden ist keine falsche Zahl, sondern eine fehlende Unterschrift.
Inhaltsverzeichnis
Wann Regie überhaupt Regie ist
Regiearbeit rechnest du nach Aufwand ab statt nach Einheitspreis. Das gilt für Arbeit, die im Vertrag nicht steht und sich vorher auch nicht sinnvoll in Mengen fassen ließ: Suchen und Freilegen, Umbauen nach einer Entdeckung, Aufräumen nach einem fremden Gewerk.
Der Auftraggeber muss die Regiearbeit anordnen oder wenigstens bestätigen. Wer aus Gefälligkeit anfängt und die Freigabe später holt, verhandelt aus der schwachen Position. Ein kurzer Satz vorher, schriftlich, spart dir die lange Version nachher.
Was auf den Bericht gehört
Ein Regiebericht wird nicht wegen falscher Beträge gekürzt. Er wird gekürzt, weil jemand acht Wochen später nicht mehr nachvollzieht, was diese sechs Stunden gemacht haben.
- Bauvorhaben, Auftrag und Datum
- Auftrag oder Anordnung, auf die sich die Regie stützt, mit Namen
- Beschreibung der Arbeit – „Rohrbruch freigelegt, Wand geöffnet, 1,2 m²“ statt „diverse Arbeiten“
- Namen und Stunden je Person, getrennt nach Qualifikation
- Material mit Menge, Gerät mit Einsatzzeit
- Fotos vom Zustand vorher und nachher
- Unterschrift vom Bauleiter des Auftraggebers, mit Datum
Fristen und der Weg in die Rechnung
Die VOB/B verlangt bei Stundenlohnarbeiten, dass du die Arbeit vorher anzeigst und die Stundenlohnzettel zeitnah einreichst. Widerspricht der Auftraggeber innerhalb der dort genannten Frist nicht, gilt der Zettel als anerkannt. Genau diese Frist verschenkt jeder, der die Zettel bis zur Schlussrechnung im Auto sammelt. In Österreich läuft die Regieleistung über die ÖNORM B 2110 und deinen Vertrag; den Weg für deinen Fall klärst du mit deiner Rechtsberatung.
In Bauleo schreibt dein Team den Regiebericht am Einsatz, mit Stunden, Material und Foto, und lässt direkt am Handy unterschreiben. Der Bericht hängt am Auftrag, und daraus wird die Position in der nächsten Abschlagsrechnung. Niemand tippt am Freitagabend Zettel ab, die er halb entziffern muss.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Regiebericht und Bautagebuch?
Das Bautagebuch beschreibt den Bautag. Der Regiebericht weist eine bestimmte Leistung nach Aufwand nach und wird vom Auftraggeber abgezeichnet. Viele Betriebe schreiben beides, weil sie verschiedene Fragen beantworten.
Der Bauleiter unterschreibt nicht. Was jetzt?
Halt fest, dass du die Unterschrift verlangt hast, wann, und was er dazu gesagt hat. Schick den Bericht am selben Tag schriftlich hinterher. Ein dokumentierter Versuch ist deutlich mehr wert als ein leeres Unterschriftsfeld.
Wie schnell muss ein Regiebericht raus?
So schnell, wie es dein Vertrag und die VOB/B vorsehen – in der Praxis heißt das werktäglich oder wöchentlich, nicht monatlich. Wer sammelt, verliert die Frist, innerhalb derer ein unwidersprochener Zettel als anerkannt gilt.